Höllplatz

Die großen Stadtbrände 1507 und 1516

HöllplatzAm 13. September 1507 brannte fast die gesamte Stadt innerhalb der Stadtmauern ab. Das Feuer brach „in der Hölle“ im Bereich des Pfarrhofes aus und verbreitete sich rasch (die Hölle bezeichnet den niedrigst gelegenen Stadtteil). Die Kirche, der Kirchturm, der Salzhof, Tore, Türme, das Rathaus mit dem Stadtbuch und vielen alten Schriften und viele Häuser fielen dem Brand zum Opfer. 28 Menschen kamen beim Rand ums Leben. Die neue Burg (heutiges Schloss) und die außerhalb der Stadtmauern liegenden Vorstädte blieben verschont.

Die Kirche wurde notdürftig instandgesetzt und wurde bereits im Oktober 1508 wieder geweiht. Die gesamten Bauarbeiten bei der Kirche dauerten jedoch viele Jahre und wurden unter anderem durch Spenden reicher Bürger bezahlt.

Haus am HöllplatzDie Bauarbeiten nach dem ersten Brand waren noch nicht abgeschlossen, als im September 1516 ein weiterer Brand rund 10 Häuser in Schutt und Asche legte. Dabei wurde wiederum die Kirche mit dem Kirchenturm schwer beschädigt. Auch hölzerne Bauteile an den Befestigungsanlagen wurden vernichtet und die meisten Geschütze zerstört. Die Vorstädte und die neue Burg blieben wieder verschont.

Nach dem ersten Brand befreite der römische König Maximilian (später Kaiser) die Gemeinde von allen Steuern und vom Aufgebot in den nächsten sechs Jahren. Weiters ließ er Wagen, Pferde und Knechte zur Unterstützung der Bauarbeiten nach Freistadt senden. Die umliegenden Städte mussten außerdem Knechte zur Bewachung der Stadttore für die Dauer von vier Wochen zur Verfügung stellen.

Die Stadt verpflichtete sich 1514 die Häuser in „insprukerischer“ Bauweise zu gestalten. Niedrige Dächer und hochgezogene Feuermauern zwischen den Dächern sollte die Feuergefahr verringern. Weiters sollten die Dächer mit Ziegeln und nicht mit Schindeln gedeckt werden. Damit wurde die Stadt für weitere drei Jahre von den Steuern befreit.

Bis 1520 wurden 40 Häuser entsprechend neu gebaut und bei rund 100 Häusern die Feuermauern und Dächer angepasst. In diesem Jahr gab Kaiser Karl V. Anweisung die Bauten der Stadt zu prüfen. Die Abgesandten des Kaisers bestätigten die richtige Bauweise und den richtigen Einsatz der zur Verfügung gestellten Mittel.

Nach diesen Bränden ging jedoch die Blütezeit Freistadts zu Ende.

» Weiter zum letzten Fotopoint

Weiterführende Infos:

  • Literatur: Freistädter Geschichtsblätter, Heft 2, Stadtgemeinde Freistadt, 2. Auflage 1972
Scan the QR Code